Im Südwesten Ägyptens nahe der Grenzen zu Libyen und Sudan liegt das Gilf Kebir, die Große Barriere, auch bekannt als die Uwainat-Wüste. Dieses Hochplateau aus Kalksandstein ragt über 300 m über die umliegende Wüste empor und ist etwa so groß wie die Schweiz. Es ist eine abgeschiedene Gegend von rauer Schönheit mit bewegenden Höhlen- und Felsmalereien, die die Zeit der menschlichen Besiedlung in der einst saftig grünen Sahara darstellen. Die NASA studierte Satellitenaufnahmen des Gilf Kebir und kam zu dem Schluss, dass diese Erdlandschaft der Oberfläche des Mars am ähnlichsten ist. Die Plateauebene präsentiert sich eher steinig und nichts sagend, die wahre Pracht des Gilf Kebir zeigt sich erst beim Blick in die Täler, die durch Wassererosion entstanden sind.
Das Gilf Kebir lässt sich in zwei Regionen unterteilen, im südöstlichen Teil dominieren klar abgegrenzte, bloße Felsen und tiefe Wadis (ausgetrocknete Flussbetten), während der nördliche Teil der zersetzenden Kraft des Sandes vom Großen Sandmeer ausgesetzt und entsprechend zerklüftet ist. Auch hier gibt es Wadis, die jedoch breiter sind. Der vom Großen Sandmeer herüber gewehte Sand ist weißer als der Sand des Gilf Kebir selbst, dieser ist eher rot.