Farafra ist eine abgelegene und ruhige Stadt mit einer sehr traditionellen und friedlichen Atmosphäre. Sie ist die kleinste und isolierteste aller Oasen in der Westlichen Wüste, obwohl sie in einem tiefen Becken gelegen ist, das vermuten lässt, dass sie einst viel größer war. Felswände aus Kalkstein umrahmen das Becken auf drei Seiten.

Farafra verbindet alle Bereiche der Westlichen Wüste miteinander, was immer auch Ihr Ausflugsziel sein mag, Farafra scheint nicht weit davon entfernt. Libyen ist der Oase näher als das Niltal. Die Stadt liegt am Rande der Weißen Wüste, einer Landschaft, die nicht von dieser Welt zu sein scheint, mit leuchtenden Kreide-Formationen, denen die Kraft des Windes wie ein Bildhauer die Formen von Minaretten, Tieren und Pilzen gegeben hat.

Die Haupteinkommensquelle der Bewohner von Farafra ist die Landwirtschaft. Es werden hauptsächlich Datteln, Oliven, Bohnen, Reis und Wassermelonen angebaut. Durch die Bohrung neuer Brunnen konnte die landwirtschaftlich genutzte Fläche ausgedehnt werden, mittlerweile wird in der Oase über den Eigenbedarf hinaus produziert. Die erwirtschafteten Überschüsse werden nach Kairo und dem Niltal exportiert.

Die Einwohner von Farafra stammen hauptsächlich von zwei Großfamilien ab. Sie pflegten schon in frühesten Zeiten Handelsbeziehungen mit dem Niltal. Bis in die späten 1960er Jahre lag die Einwohnerzahl unter 5000. Das Projekt Neues Tal der ägyptischen Regierung brachte dann Siedler aus Oberägypten in die isolierte Oase, sie sollten das dort brachliegende, fruchtbare Land bebauen. Mittlerweile leben mehr als 15.000 Menschen friedlich in Farafra zusammen, obwohl die von Natur aus eher ruhigen Menschen aus Farafra sich deutlich von den dort lebenden Saidis - so nennt man die Bewohner Oberägyptens - unterscheiden.

Die Fahrt zur Oase führt am Kristallberg vorbei, er befindet sich nur 10 m von der Straße zwischen Bahariya und Farafra auf der linken Seite. Sein arabischer Name ist Jebel El-Izza. Im Zentrum dieses kleinen Berges aus Kalzit befindet sich ein kleiner Steinbogen, um den herum blumengleich Kristallformationen wachsen. Dies sind die Überreste einer Kalkstein-Höhle, die durch Erdbewegungen zur Erdoberfläche befördert wurde, komplett mit Stalaktiten und Stalagmiten. Die glitzernden Kalzit-Kristalle und der natürliche Steinbogen lassen den Kristallberg unterwegs zu einem obligatorischen Foto-Stopp werden. Östlich der Straße kann man außerdem die ebenfalls prominenten Zwillingsberge bewundern.