Bergwanderungen und heiße Quellen
Bergwanderungen
Bahariya ist ein idealer Ort für kleine Bergwanderungen. Auf den Gipfeln der nahe gelegenen Berge kann man großartige Sonnenuntergänge beobachten, von hier aus hat man auch einen wunderbaren Blick auf die Oase.

Jebel Inglesi
Englischer Berg, er ist auch bekannt als Jebel Williams, benannt nach dem britischen Hauptmann, der hier stationiert war. Die Ruinen der von den Briten kontrollierten Festung aus dem Ersten Weltkrieg befinden ganz oben auf dem Berg. Die Briten überwachten von diesem einsamen Beobachtungsposten aus die Bewegungen der Sanussi aus Libyen. Auf diesen Berg kann man recht mühelos zu Fuß oder auch mit dem Jeep gelangen.

Jebel Dist
Von den Touristen wird dieser Berg wegen seiner symmetrischen Seiten und seiner ausgeprägten Spitze auch Pyramidenberg genannt. Der Jebel Dist befindet sich 17 km nördlich der Stadt. Die Besteigung des Berges ist eine echte Herausforderung, sie dauert etwa eine Stunde und ermöglicht beeindruckende Ausblicke auf die Wüste, die Oase und auf Tausende von Palmen.
In der Nähe des Jebel Dist gibt es auch eine Kamelzuchtfarm, die alle Besucher, die die neugeborenen Kamele sehen möchten, herzlich willkommen heißt.

Jebel Maghrafa
In der Gegend rund um den Jebel Maghrafa und den nahegelegenen Jebel Dist wurden Anfang des 20sten Jahrhunderts und im Jahr 2001 riesige Dinosaurierskelette entdeckt.

Jebel Ghurabi
Dieser Berg liegt 30 km nördlich der Stadt. Es ist ein spektakulärer Ort, zu dem man nur mit Vierrad-Antrieb gelangen kann. Er ist umgeben von wunderschönen Sanddünen und ideal für eine halbe Tageswanderung mit einem Picknick.

Heiße Quellen
Ein für Bahariya typisches Vergnügen ist es, im dampfenden Wasser einer Quelle unterzutauchen. Einheimische baden dort tagsüber, aber auch Reisende sind willkommen, sie können dort unter nächtlichem Sternenhimmel baden. Viele Menschen kommen wegen der heilenden Wirkung dieser alten Quelle, das schwefelhaltige heiße Wasser kann beispielsweise Rheumabeschwerden lindern.

Bir Sigam,
7 km östlich der Stadt an der Straße nach Kairo gelegen, ist die angenehmste Quelle sowohl hinsichtlich der Temperatur als auch der Lage.

Bir el-Mattar,
7 km nordöstlich von Bawati, hat ziemlich kaltes Wasser, das über ein Aquädukt in ein kleines Zementbecken fließt. Männer baden hier tagsüber, Frauen nachts.

Bir Al-Ghaba 2,
14 km nördlich von Bawati, hat 40 Grad heißes Wasser. Dieses Becken hat nachts eine recht private Atmosphäre, allerdings wird die Pumpe um 10 Uhr abends abgeschaltet.

Bir Ramla,
2 km nördlich ist auch sehr heiß. Sie hat einen eher öffentlichen Charakter, Frauen baden dort nur nachts in voller Bekleidung.


Museen
Das Archäologische Museum
Dieses Museum ist auch bekannt als Bawati Museum oder die Mumienhalle, es beherbergt Funde aus einer gewaltigen Mumiengrabanlage, die in Bahariya entdeckt wurde. Die griechisch-römischen Mumien wurden durch Zufall gefunden, als ein Esel im Jahr 1996 in der Wüste über ein Loch stolperte und in die Decke einer Grabkammer einbrach. Die Totenstadt darunter ist sehr weitläufig und man glaubt, dass dort etwa 10.000 Mumien begraben sind.
Viele von ihnen waren reich verziert, einige mit Blattgold überzogen, andere trugen bemalte Masken und Schmuck, einige waren in Tonsärgen begraben, und andere in Leinentücher gewickelt. Sie waren umgeben von Amuletten, Münzen und Weinkrügen, die sie für ihr Leben nach dem Tod benötigten.
Unter den zehn ausgestellten Mumien des Museums befinden sich vier der berühmten Goldenen Mumien, die die Verstorbenen sehr naturgetreu mit lockigem Haar und langen Augenwimpern darstellen. Die Ausgrabungen im Tal der Goldenen Mumien sind eingestellt worden, weil die Mumien Schaden nehmen und zerfallen, wenn sie aus der Erde geholt werden.

Das Volkskundemuseum der Oase
Dieses kleine Museum würdigt in besonderer Weise die Arbeit von Mahmoud Eed, einem autodidaktischen beduinischen Künstler.
Inspiriert von dem älteren Künstler Badr aus Farafra, formt Mahmoud Figuren aus Lehm, die das Leben in der Oase anschaulich darstellen. Diese Lehmfiguren zeigen auch eine Lebensweise, die die Einheimischen, die einst Gazellen jagten und Teppiche webten, längst aufgegeben haben.
In dem Museum gibt es auch einen Laden mit schön bestickten Kleidern und lokal hergestelltem Silberschmuck.


Historische Stätten und Ruinen
Qarat Qasr Salim
Dieser kleine Hügel in Bawati enthält zwei Gräber aus der 26sten Dynastie.
Über einen steilen Abstieg gelangt man in die Säulenhalle des Grabes von Banetiu, einem wohlhabenden Kaufmann. Die vier eckigen Säulen sind mit farbigen Götterdarstellungen dekoriert und die Decke hat eine fantastisch geflügelte Sonnenscheibe. Die verwendeten Farben sind erdiges Ocker und Rottöne.
Das andere Grab ist das seines Vaters Zed-Amun-ef-Ankh. In ihm gibt es sehr farbenprächtige Bilder von Göttern, die Begräbnisrituale durchführen. Man glaubt, dass auch er ein wohlhabender Weinhändler war oder aber ein örtlicher Landbesitzer. An der Decke der Grabkammer befindet sich eine malerische Darstellung des Sternenhimmels mit dem Bild eines Geiers.

Aïn El Moftella
Dieser Tempel liegt 3 km westlich der Stadt, er stammt aus der 26sten Dynastie, der Zeit der Regentschaft der Könige Apries und Amasis. In dem Sandstein-Tempel gibt es vier verfallene Sakralräume, die mit einem neuen Dach versehen wurden. Sie sind dekoriert mit Szenen, die den König darstellen, wie er 18 verschiedenen Göttern Opfer darbringt. Die Reliefs sind verflacht und übermalt. Einer der Tempelräume ist dem Gott der Musiker und Tänzer, Bes, geweiht.

Der Tempel des Alexander
Alexanders Tempel liegt ungefähr 5 km östlich von Bawati, neben dem Tal der Goldenen Mumien. Er wurde gebaut, nachdem Alexander der Große die Oase Bahariya im Jahr 332 v. Chr. besucht hatte. Er war auf dem Weg nach Siwa, um dort das Orakel des Amun zu befragen.
Der Sandstein-Tempel ist umgeben von 45 Räumen aus Lehmziegeln, in denen die Priester lebten und Güter gelagert wurden. Ein ein Meter hoher Altar aus rotem Granit wurde südlich des Tempeleingangs errichtet. Dieser Altar, in dem auch sein Name eingraviert ist, befindet sich heute im Ägyptischen Museum in Kairo. In dem inneren Altrarraum werden Alexander und sein Hauptmann, der den Tempel erbaute, in einem Flachrelief gezeigt, wie sie Amun-Re und anderen Göttern Opfer darbringen. Leider sind die Reliefs seit ihrer Entdeckung durch die Wüstenwinde stark beschädigt worden.

Der Berg des Geflügel-Kaufmanns
Im Inneren des Berges Qarat Al-Farargi, südwestlich der Stadt, befinden sich weitläufige Gänge mit langen Reihen von kleinen Nischen. Diese sind die Begräbnisstätten einer großen Anzahl von mumifizierten Ibissen und Falken datiert aus der 26sten Dynastie. Sie sind eindeutig der Verehrung der Götter Thoth und Horus zuzuordnen.
Die Einheimischen glaubten einst, dass es sich bei diesen Mumien um mumifizierte Hühner handelt, was den arabischen Namen erklärt. Die Gänge sind für die Öffentlichkeit geschlossen, denn sie befinden sich unter dem modernen Friedhof, der von den Stadtbewohnern genutzt wird.

Qarat Hilwa
Qarat Hilwa ist ein Berg einige km nordwestlich der Stadt, der das Grab des Amenhotep-Huy enthält, des Gouverneurs von Bahariya in der 18ten oder 19ten Dynastie. Es ist das älteste der in der Gegend entdeckten Gräber. Szenen im Vorraum zeigen den Gouverneur bei der Ausübung seiner Pflichten, begleitet von seiner Frau und seinem Sohn.

Al Hayz
Weiter entfernt, 40 km südwestlich von Bawati liegen die kleinen Dörfer von Al-Hayz. Hier gibt es vier wichtige Quellen, prähistorische Artefakte und die Überreste eines römischen Aquädukts.
Am interessanteste ist die einzige gut erhaltene Kirche in der Westlichen Wüste, in der Nähe der kleinen Ortschaft Ain Al-Ris. Sie war dem Heiligen Georg gewidmet und ihre Lehmziegelwände sind innen noch bemalt. Es gibt noch andere Relikte aus römischer Zeit, wie beispielsweise Qasr Masuda, eine große mehrstöckige Festung mit 13 Räumen.